Spec Ops

Ende Juni 2012 erschien unter dem Label von 2K Games der in Berlin entwickelte Wüsten-Shooter Spec Ops: The Line, welcher auf den ersten Blick wie ein weiterer Call of Duty-Abklatsch erscheint. Allerdings auch nur auf den ersten Blick, denn bei genauerem hinsehen entdeckt man, dass in Spec Ops: The Line viel mehr steckt, als man zu Beginn vielleicht erwartet hatte. Damit wirbt Yager auch und bezeichnet ihr Spiel selbst als einen “intelligenten Militär-Shooter”.

Schießerei im Wüsten-Glanz

In naher Zukunft wurde Dubai von einem Sandsturm verwüstet und wird inzwischen von einem Militärregiment reagiert, unter welchem sowohl Soldaten, als auch Zivilisten hingerichtet werden. Mit zwei Kameraden an der Seite soll der Spieler in Person von Captain Martin Walker die Lage in Dubai aufklären, jedoch trifft man nicht wie erwartet auf arabische Terroristen. Es sind US-Soldaten, die das Trio rund um Walker unter Beschuss nehmen und dadurch das klassische Feind-Bild vieler Shooter aushebelt. Allerdings sparen die Entwickler von Yager nicht gerade mit schockierenden Gewalt-Szenen, denn unter den Zivilisten, die in das Schussfeld geraten, befinden sich auch Frauen und Kinder. Für den ein oder anderen könnten die Bilder nur schwerverdaulich sein, zumal Yager einiges aus der Unreal 3-Engine rauskitzeln konnte. Das bisher unverbrauchte Wüsten-Szenario zaubert eine gute Stimmung auf den Monitor. Da kann man über die ein oder anderen matschigen Texturen hinweg sehen.

Kein üblicher Einheitsbrei

Das die Bilder aber auch an den drei Protagonisten nicht spurlos vorbei gehen macht sich im späteren Spielverlauf bemerkbar. Aus den Helden werden Täter und sie werden kaltherzig, brutal und zerbrechen an der Gewalt. Beeinflussen kann man den Handlungsverlauf der rund achtstündigen Kampagne nicht, auch wenn einem das in diversen Szenen vorgegaukelt wird. Auch sonst erfindet Yager das Shooter-Genre mit Spec Ops: The Line das Rad nicht neu und auch wenn es unterhaltsam ist, so hat man Schießen und in Deckung gehen doch schon sehr häufig gesehen. Untermalt werden die Schießereien mit passender Rockmusik und lediglich die deutschen Synchronsprecher hinterlassen mit ihrer Trostlosigkeit den ein oder anderen Wehmutstropfen.

Auf Grund der ganzen Provokationen, die Yager in das Spiel eingebaut hat, regt Spec Ops: The Line den Spieler zum Nachdenken an und entwickelt sich am Ende zu einem wahren “Antikriegs-Shooter”. Über die diversen Mankos kann man da schon einmal drüber hinweg sehen.