GTA V

Auf Facebook und Twitter kursieren bereits jetzt Posts, die keinen Zweifel lassen:
Es wird der Tag, an dem sich „zahlreiche Paare trennen werden“ und es wird die Woche, in der „viele Männer nicht zur Arbeit kommen werden“. Die Rede ist vom 17.09.2013, dann ist es soweit und das Gangsterepos „Grand Theft Auto“ geht in die nächste Runde. Zeit, einen Blick auf die Historie eines Spiels zu werfen, welches die Gaming-Welt wie kein anderes fasziniert. Denn jedes GTA ist Superlative, ist Show und Promotion, wie man es bei Videospielen kaum ein zweites Mal findet.
Es fing 1997 an, das erste GTA (engl. für „schwerer Wagendiebstahl“) erblickte in den Entwicklerstudios der schottischen Spieleschmiede Rockstar North das Licht der Welt. Auch beim Nachfolger GTA 2, welches 1999 erschien, war an 3D-Geballer noch nicht zu denken – die Spielfigur (übrigens immer ein männlicher Schwerverbrecher, der vom Leben in irgendeiner Form betrogen wurde) wurde aus der Vogelperspektive gesteuert und lieferte sich Scharmützel mit den Gesetzeshütern, wann immer es ging. In GTA II konnte der Spieler zum ersten Mal seine kriminelle Laufbahn abspeichern und zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen.
Der dritte Teil kam 2001 und wartete mit einer großen 3D-Spielwelt und einer 3rd-Person Steuerung auf. Die Story rund um das Leben des Protagonisten rückte immer mehr in den Mittelpunkt des Spiels und wurde häppchenweise durch kurze Filmsequenzen erklärt, die den Spieler nach Abschluss von Missionen („Quests“) erwarteten. Durch das Erfüllen dieser Quests konnte man mit der Zeit Teile der Spielwelt und neue Waffen freischalten. Zu GTA III erschienen die Erweiterungen „Vice City“ und „San Andreas“, von denen sich allein San Andreas fast 28 Millionen Mal für die PlayStation 2 und die Xbox verkaufte. Mit insgesamt 125 Millionen verkauften Exemplaren zählt die Spielereihe zu den erfolgreichsten aller Zeiten; und immer steht der Konflikt mit der Polizei im Mittelpunkt der Handlung.
GTA IV wurde 2008 veröffentlicht und glänzte mit einer verbesserten Grafik und einer neuen Engine zur exakten Berechnung von Bewegungen der Spielfiguren. Dank der erhöhten Rechenleistung der damals „neuen Konsolen“ PlayStation 3 und Xbox 360 konnte das Spiel daher noch realistischer werden. Wie der Vorgänger spielte auch GTA IV in der fiktiven Stadt Liberty City, die New York sehr stark ähnelt. Doch im Laufe der Jahre kam der grenzenlosen Bewegungs- und Handlungsfreiheit im Spiel eine immer größere Bedeutung zu. Die Story wurde beinahe zur Nebensache und das nicht zuletzt, weil es zahlreiche Nebenaufträge gab, die den Fokus immer weiter vom „roten Faden“ im Spiel ablenkten. Typisch für die Serie ist auch das Erfüllen jeglicher Klischees und Rollenverteilungen, was in den Medien nicht selten für ein kritisches Echo sorgte. Besonders deutlich wurde die oftmals provokante Botschaft der Spiele mit dem Titel „The Ballad of Gay Toni“, einem Add-On zu GTA IV, in dem sich alles um den homosexuellen Nachtclub-Besitzer Tony dreht.
In GTA V, dem insgesamt elften Teil, wird das Hauptaugenmerk wieder auf der spielerischen Freiheit, der Größe der Spielwelt und der Atmosphäre liegen, die traditionell mit einem stimmigen Soundtrack untermalt wird.
Das geschickte Marketing von Rockstar Games ist dabei ausschlaggebend für den Erfolg des Titels. Die Community wurde nur zögerlich mit kurzen Trailern und Infos zu GTA V gefüttert. In den Kurzfilmen sieht man meistens eine der drei verschiedenen spielbaren Personen u.a. beim Fliegen, Tauchen, Fallschirmspringen und bei wilden Hetzjagden mit den Cops, was die schier unendlichen Möglichkeiten in der gigantischen Spielwelt andeuten soll. Die Clips lösten in der Gaming-Szene einen regelrechten Hype aus – nichts wird dieser Tage sehnlicher erwartet als die Fortsetzung des wüsten „Open-World-Geballers“, in dem die Mafia, Gewalt, Drogenexzesse und Erotik omnipräsent sind. Außerdem soll der neueste Teil einen umfangreichen Multiplayer-Modus aufweisen können. Gemeinsam mit Freuden soll man eine eigene Gangsterbande aufmachen und die fiktive Stadt Los Santos unsicher machen können. Das verspricht beinahe unendlichen Spielspaß – und zwar ohne ein programmiertes Ende. Bis man jeden Winkel von Los Santos erkundet hat dürfte es daher einige Wochen dauern. Gut möglich also, dass demnächst einige Hardcore-Gamer wieder Single sind.